Es geht gar nicht ums Gewissen. [...]
Es geht darum Verhältnisse zu ändern. Wir können -und müssen- unsere Macht als Konsumenten und Konsumentinnen, aber vor allem auch als Bürger und Bürgerinnen nützen, um Einfluss zu nehmen!
(Das Neue Schwarzbuch Markenfirmen, S.51)
Jährlich stoßen deutsche Kohlekraftwerke 300 Millionen Tonnen CO2 aus - und beschleunigen damit den Klimawandel. Geht es nach dem Willen der deutschen Kohleindustrie, wird sich der CO2-Ausstoß in Zukunft noch vergrößern: 24 zusätzliche deutsche Kohlekraftwerke sind momentan im Bau oder geplant.
Der 45-Sekunden-Kinospot von Oxfam und der Heinrich-Böll-Stiftung vermittelt eindringlich die Botschaft der gemeinsamen Klimakampagne: Klima schützen, Armut verhindern. Weitergeben!
Sieg der Vernunft vor Wirtschaftsinteressen? Bundesumweltminister Röttgen hat sich aus der Deckung gewagt und eine logische Rechnung präsentiert: Wenn Erneuerbare Energien 40% des Strommixes ausmachen, ist Atomkraft verzichtbar. Viele unterschätzten aber auch die enormen wirtschaftlichen Chancen einer grundlegenden Erneuerung der Energiestruktur. (mehr dazu…)
Unterstützen wir die Vernunft und verteidigen den Atomausstieg auf die Weise, wie heute scheinbar Politik gemacht wird:
Mit Parteispenden den Atomausstieg kaufen!
Überweise einen Cent auf das Konto der FDP!
Wichtig! Nicht den Verwendungszweck vergessen:
“Keine Laufzeitverlängerung für AKW!”
FDP Bürgerfonds
Konto: 216603302
BLZ: 37080040
Commerzbank Köln
Campact schlägt mit einer Aktion in die selbe Kerbe:
Bis jetzt schon über 30.000 Mails.
In den nächsten Monaten muss die Regierung entscheiden, wie es in der Atompolitik weitergeht: Vielleicht entscheidet wieder nur das Geld? Nicht einmal zwei Millionen Euro für den Atomausstieg - die sollten doch aufzutreiben sein! Spielen Sie mit in dieser Realsatire: Parteispende bieten, Atomausstieg kaufen! Aber selbstverständlich zahlen wir erst nach der Lieferung - so groß ist unser Vertrauen zu den Parteien der Laufzeitverlängerung noch nicht.
Auszug aus einem Interview der Waz mit Foodwatch-Chef Thilo Bode:
“Es gibt kein Menschenrecht auf Steak!”
Bode: Die Bundesregierung selbst hat angegeben, dass 13 Prozent der Klimagase von der Landwirtschaft stammen, nicht sechs Prozent, wie Frau Aigner jetzt weismachen will. Das ist fast genauso viel wie der gesamte Straßenverkehr in Deutschland. Mehr als 70 Prozent dieser Emissionen entfallen auf die Tierhaltung, vor allem auf die Rindfleisch- und Milchproduktion. (…)
Beim Bauernverband und bei den mächtigen Lebensmittelkonzernen fehlt das Problembewusstsein. Das ist aber die Voraussetzung für eine dringend notwendige Debatte.
Was schlagen Sie vor?
Bode: Wir müssen zum Beispiel den Fleischkonsum senken. Kaum ein Verbraucher weiß, dass die Klimabilanz von einem Kilo Rindfleisch etwa der einer 110 Kilometer weiten Autofahrt entsprechen kann. Wir verbrauchen zu viel Milch, Käse und Rindfleisch. Mit Appellen ist es nicht getan. Um eine Verteuerung von Fleisch kommen wir nicht herum.
Ist es sozial gerecht, wenn sich nur noch gut Verdienende Fleisch leisten können?
Bode: Gegenfrage: Gibt es ein Menschenrecht auf Steak? Es ist ja nicht so, dass niemand mehr Käse, Butter oder Fleisch essen soll. Doch wir essen wahnsinnig viel davon und werfen zudem noch ein Drittel der Produktion weg. Man wird auch intensiv über einen sozialen Ausgleich nachdenken müssen, wenn Fleisch teurer wird. Es gibt bereits heute einen Anteil an Menschen in Deutschland, die sich aus finanziellen Gründen nicht gesund ernähren können. (…)
Wir essen zu viel Fleisch.
Die Produktion von Fleisch verbraucht zu viel Wasser. Der Anbau von Tiernahrung konkuriert mit der Lebensmittelsicherheit für lokale Bevölkerungen. Die Landwirtschaft produziert so viel Klimagase wie der Straßenverkehr. Waldflächen müssen Weideland weichen. Industrielle Massentierhaltung führt immer wieder zu Tierquälerei. (Wie beim aktuellen Skandal von Wiesenhof, dem deutschen Marktführer für Geflügelfleisch.) Und und und …
Wer dem Laster des Fleischgenusses nicht gänzlich abschwören will, dem bietet sich nun ein neues und semantisch gut verpacktes Konzept: Werde Werktagsvegetarier!
Der Fleischgenuss bleibt dir erhalten. Fleisch wird sogar wieder etwas Besonderes. Und wenn du dir dann am wohlverdienten Wochenende ein saftiges Steak gönnst, dann darf es auch etwas Gutes sein, z.B. vom Bio-Bauern nebenan. Viel Spaß beim Ausprobieren!
Passend zum Film eine politische Aktion von Campact:
Schicke einen blauen Brief an Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner!
(Bisher knapp 22.000 Unterzeichner)
im letzten Jahr konnten wir gemeinsam mit Bündnispartnern ein Anbauverbot von Gen-Mais in Deutschland durchsetzen. Damals stellte sich CSU-Landwirtschaftsministerin Aigner gegen den Willen ihrer CDU-Ministerkollegen. Seitdem wächst in Deutschland keine kommerziell angebaute Gentech-Pflanze mehr - ein schwerer Schlag für die Gentechniklobby. Doch laut Koalitionsvertrag setzt die neue Regierung wieder auf einen Pro-Gentechnik-Kurs. Und Ilse Aigner folgt den Vorgaben: Ende vergangenen Jahres stimmte sie im EU-Agrarrat dem Import einer weiteren Gen-Maissorte als Futtermittel zu.
In Kürze wird Aigner im EU-Ministerrat darüber abstimmen, ob Gen-Mais wieder kommerziell angebaut werden darf. Und sie muss entscheiden, ob die EU-Richtlinie zur Nulltoleranz verwässert wird - so wie es CDU und FDP im Koalitionsvertrag vereinbart haben. Lebensmittel dürften dann ganz legal Spuren von nicht zugelassenen Gentech-Pflanzen enthalten. Das wollen wir verhindern!
Anfang Februar ist Aigner 100 Tage im Amt. Zeit für eine Verwarnung: Wenn sie das nächste Mal in ihrem Bundestagswahlkreis südlich von München auftritt, wollen wir Aigner möglichst viele Blaue Briefe überreichen. Im letzten Jahr haben gerade die Aktionen in ihrem eigenen Wahlkreis der Ministerin gezeigt, dass sich der Anbau von Gen-Mais nicht gegen die Menschen durchsetzen lässt. Teilen Sie Aigner im Blauen Brief mit, dass sich daran auch unter einer schwarz-gelben Regierung nichts ändert.
90% aller weltweit angebauten Genpflanzen stammen von Monsanto.
Diese unglaublich schockierende Dokumentation von Marie-Monique Robin zeigt uns, mit was für einem Konzern wir es zu tun haben. Die Vergiftung einer gesamten amerikanischen Kleinstadt mit PCB wider besseren Wissens und die jahrelange Vertuschung dieser Tatsache ist nur ein Punkt einer langen Konzern-Skandalgeschichte. Der Film nimmt sich dieser Geschichte an.
Bedrohlich wird der Konzern durch die Manipulation von wissenschaftlichen Gutachten und die guten Beziehungen zu Regierungsbehörden. Kritiker werden als fortschritts- und wissenschaftsfeindlich abgestempelt. Gentechnik wird allein dadurch schon höchst bedenklich, dass sie von einem solch dubiosen und skrupelosen Konzern vorangetrieben wird!
Das global agierende Unternehmen verfolgt ein atemberaubendes Ziel: Es will die globale Landwirtschaft vollständig unter seine Kontrolle bringen.Dabei greifen Monsantos Strategien wie Zahnräder ineinander: Einflussnahme auf Politik und Wissenschaft, Aufkauf konkurrierender Unternehmen, aggressiver Erwerb von Patenten, Kontrolle von Landwirten und Inkaufnahme der Kontamination unserer Nahrungsmittel mit Gen-Pflanzen.
- Ulrike Brendel, Gentechnikexpertin von Greenpeace.
Dazu noch ein interessanter Artikel auf SpiegelOnline und ein Beitrag vom BR zur Einflussnahme von Monsanto auf deutsche Behörden:
Heute Nacht gehts auf zum Klimagipfel nach Kopenhagen!
Alle Spontanen und Kurzentschließenden seien herzlich eingeladen sich mit auf den Weg zur Demo zu machen. Wer zu Hause bleiben muss und trotzdem auf dem Laufenden bleiben will, kann das unter anderem über folgende Blogs:
Zum Schluss natürlich auch noch eine Kampagne von Campact, gib der deutschen Delegation in Kopenhagen deine Stimme mit auf den Weg:
Der Klimagipfel in Kopenhagen droht am Geld zu scheitern. Die armen Länder fordern zu Recht, dass die Industriestaaten als Verursacher des Klimawandels für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen zahlen. Doch die Bundesregierung setzt auf eine Sparschwein-Politik. Fordern Sie gerechten Klimaschutz!
Eine Dokumentation über die Machenschaften des größten und bisher ungescholtenen und gelobten Discounters.
Geschickt hat sich der Discounter bisher jedem Blick hinter die Pappkartons entzogen und sich vor öffentlicher Kritik versteckt. In seinem NDR Film versucht Rasmus Gerlach erstmals Licht ins Dunkel zu bringen. Der Filmemacher begleitete Gewerkschaftsjournalisten bei ihrer Recherchearbeit für ein “Schwarzbuch” zur Situation der Aldi-Belegschaft. Erste Nachforschungen des Teams ergaben, dass Aldi-Süd die Wahl von Betriebsräten behindert. Aldi-Nord soll massiven Druck auf gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter ausüben und kritische Angestellte mit gezielten Testkäufen mundtot machen. Die Albrecht-Brüder schafften es an die Weltspitze: Aldi ist heute in 17 Nationen vertreten. Der Konzern exportierte aber auch die Nöte der Belegschaft: Ständige Mehrarbeit ist an der Tagesordnung.
Der Film wird inzwischen dafür kritisiert, die wirklichen Kritikpunkte nur am Rande zu erwähnen und journalistisch nicht so gut gemacht zu sein. Aber macht euch selbst ein Bild.
Unsere Medien dürfen nicht Spielball der Parteien nach dem Modell Italien werden. Das würde das Ende der unabhängigen Berichterstattung und damit unserer Demokratie einläuten. Um das zu verhindern muss ein ungerechtfertigter Eingriff in die Medienlandschaft, wie der von Roland Koch, hinterfragt und rückgängig gemacht werden!
Campact hat eine Email-Aktion gestartet, um die Abgeordneten des Bundestages davon zu überzeugen sich hinter die Klage in Karlsruhe zu stellen. Mit einem sehr schönen Formular könnt ihr die Abgeordneten eures Wahlkreises auswählen und dann entweder einen vorgefertigten Text abschicken, oder die Email noch persönlicher gestalten. Eine gute Möglichkeit um mit eurem Abgeordneten in Kontakt zu treten und eure Wahlentscheidung zu überprüfen.
Gerne könnten sie natürlich hier dazu Stellung beziehen.
Nach Brender-Entlassung: Pressefreiheit beim ZDF durchsetzen
Letzten Freitag geißelten SPD und FDP die Entlassung von Chefredakteur Brender noch als skandalösen Verstoß gegen die Pressefreiheit. Doch jetzt kneifen sie, wenn es darum geht, Konsequenzen zu ziehen: Mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht können sie den Einfluss der Parteipolitik auf die ZDF-Entscheidungsgremien überprüfen lassen. Damit eine Klage in Karlsruhe zustande kommt, muss sich mindestens ein Viertel der Abgeordneten des Bundestags hinter sie stellen.
Einige SPD-Politiker/innen fürchten offenbar um ihre Privilegien beim ZDF; die FDP will sich nicht mit ihrem Koalitionspartner, der Union, anlegen. Abgeordnete der Grünen und Linken werden sich einer Normenkontrollklage wohl anschließen - doch das reicht nicht. Jetzt müssen wir in den Wahlkreisen auf die Abgeordneten Druck machen, ihre Unterschrift unter die Klage zu setzen.
(…)Von den Abgeordneten des Bundestags verlangen wir jetzt, ihren Worten Taten folgen zu lassen: Sie müssen für die Pressefreiheit vor das Bundesverfassungsgericht nach Karlsruhe ziehen. Als Wähler/in haben Sie eine besonders gewichtige Stimme: Schreiben Sie den Abgeordneten aus Ihrem Wahlkreis und fordern Sie von ihnen, sich für die Rundfunkfreiheit einzusetzen.
Stattdessen oder zusätzlich könntet ihr eure Abgeordneten auf abgeordnetenwatch.de fragen, ob sie sich hinter die Klage stellen und wie sie ihre Entscheidung begründen. So bleibt das Thema bis zur nächsten Wahl im Raum.
Seit gestern wird in Kopenhagen um den Klimaschutz gerungen. Während Deutschland auf internationalem Parkett als Klimavorreiter glänzen will, wird daheim Klimaschutz aus dem Gesetz gestrichen: Nächste Woche will die schwarz-gelbe Koalition in NRW den Vorrang für regenerative und einheimische Energiequellen ersatzlos aus dem Gesetz zur Landesentwicklung tilgen. Einziges Ziel: Die Regierung von Jürgen Rüttgers will, dass der Energiekonzern E.on den größten Kohlekraftwerksblock Europas bauen kann - und die Hürden für weitere Anlagen sinken!
Dies sendet ein fatales Signal nach Kopenhagen: Wie wollen Kanzlerin Merkel und Umweltminister Röttgen die USA, China, Indien und Brasilien für ambitionierte Klimaschutz-Ziele gewinnen, wenn daheim Klimaschutzregeln für Konzerninteressen gestrichen werden? Der Erfolg von Kopenhagen hängt davon ab, dass diese Länder auf den Bau hunderter Kohlekraftwerke verzichten. Schreiben Sie Rüttgers und stoppen Sie seine Kumpanei mit E.on!
Es ist ein beispielloser Vorgang auf Kosten des Klimaschutzes. Vor drei Monaten entschied das Oberverwaltungsgericht Münster: Der Bau des halbfertigen Kohlekraftwerks Datteln muss gestoppt werden. Der Klima-Killer sei nicht vereinbar mit Paragraf 26 im Gesetz zur Landesentwicklung. Dort werden “einheimische und regenerierbare Energieträger” bevorzugt. Das erste Mal hatte ein deutsches Gericht im Streit um Kohlekraftwerke Klimaschutz zur Urteilsbegründung angeführt!
Für E.on steht viel auf dem Spiel, denn das 1,2 Milliarden Euro teure Kraftwerk ist schon zur Hälfte fertiggestellt. Auch für weitere in NRW geplante Kohlekraftwerke ist das Urteil von Bedeutung. Nach außen gibt sich Konzernchef Bernotat weiter selbstsicher: “Wir spüren eine sehr große Unterstützung vor allem von der Politik in Nordrhein-Westfalen!” Seine Seilschaften dürfen diesmal nicht tragen. Helfen Sie mit und sorgen Sie dafür, dass sich Herr Bernotat zu früh gefreut hat.